Mehr Reisen, weniger Spielraum: Was der Geschäftsreisemarkt 2025 wirklich verändert hat
Zwei Rezessionsjahre, anhaltender Stellenabbau, enge Budgets. Trotzdem reisen deutsche Unternehmen 2025 häufiger als je zuvor seit der Pandemie. 116 Millionen Geschäftsreisen, ein Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das klingt nach einem Widerspruch. Es ist keiner.
In einem schwierigen Marktumfeld wird persönliche Präsenz zur Pflicht, nicht zur Kür. Kunden halten, Aufträge sichern, neue Märkte erschließen: Das gelingt nicht dauerhaft aus der Distanz. Vertrauen braucht Begegnung. Dass 82 Prozent der befragten Unternehmen kaum einen Einfluss der Digitalisierung auf ihre Reisetätigkeit sehen, unterstreicht das klar. Die vollständigen Ergebnisse finden Sie in der VDR-Geschäftsreiseanalyse 2026.
Das Wachstum kommt von unten
Nicht die Konzerne treiben den Markt. Es sind die kleinen und mittleren Unternehmen mit zehn bis 500 Beschäftigten, die 2025 das Tempo vorgeben. Ihre Reisetätigkeit steigt um 5,6 Prozent, Großunternehmen legen lediglich 1,1 Prozent zu. Mehr als drei Viertel aller Geschäftsreisen, 90,3 von insgesamt 116,1 Millionen, gehen auf ihr Konto.
Der Grund ist nachvollziehbar. KMU haben weniger Rücklagen, keine globalen Strukturen und weniger Spielraum für verlorene Aufträge. Präsenz beim Kunden ist für sie kein Komfort, sondern Wettbewerbsvorteil.
Gereist wird dabei mit schärferem Bleistift. Die durchschnittlichen Kosten pro Reise sinken um 4,8 Prozent auf 418 Euro. Kürzere Aufenthalte, niedrigere Buchungsklassen, ein klarer Fokus auf Inland und europäisches Nahfeld.
Europa wächst, das Flugzeug verliert
Der Zuwachs bei internationalen Reisen kommt ausschließlich aus Europa. Der Anteil ins europäische Ausland steigt von 24 auf 30 Prozent. Reisen in den Rest der Welt bleiben auf Vorjahresniveau. Kurze Distanzen, dichte Verbindungen, überschaubare Planung: Das trifft den Bedarf von KMU genau.
Auf Inlandsstrecken hat die Bahn das Flugzeug klar überholt. Ihr Nutzungsanteil wächst auf 52 Prozent, Inlandsflüge gehen auf 13 Prozent zurück. Reisezeit lässt sich produktiv nutzen, die CO₂-Bilanz ist besser, und auf vielen Strecken ist der Gesamtaufwand schlicht geringer als auf dem Luftweg.
Wo die Kosten tatsächlich steigen
Dass Reisen günstiger wird, stimmt nur auf den ersten Blick. Die Verschiebung passiert innerhalb der Kostenstruktur. Transport wird günstiger, dafür steigen Hotel und Verpflegung spürbar: Der Übernachtungsanteil wächst von 25 auf 35 Prozent, Verpflegung von 15 auf 21 Prozent der Gesamtkosten. Die steuerfreien Pauschalen im Inland blieben seit 2020 unverändert, die realen Preise nicht. Die Lücke zwischen Pauschale und tatsächlichem Aufwand trägt zunehmend der Reisende selbst.
Strukturiertes Reisemanagement rechnet sich
Die Analyse ist in diesem Punkt eindeutig. Zentralisiertes Reisemanagement ist kein Verwaltungsaufwand, sondern ein messbarer Kostenhebel. 59 Prozent der befragten Unternehmen berichten von sechs bis zehn Prozent Einsparung. Wer Buchungen, Richtlinien und Ausgaben konsequent steuert, reist nicht weniger, sondern effizienter.
62 Prozent der Unternehmen rechnen für 2026 mit weiterem Wachstum. Das Volumen steigt, die Anforderungen an Planung und Kontrolle steigen mit. Unsere Einordnung der wichtigsten Erkenntnisse für den Reisealltag haben wir auf LinkedIn zusammengefasst. LinkedIn-Beitrag ansehen
Wenn Sie Ihr Reisebudget für 2026 durchdenken möchten, sprechen Sie uns an. Wir schauen gemeinsam, wo sich Verbindungen, Konditionen und Planung optimieren lassen. Kontakt